Molekulare Psychiatrie

Die Forschung in der molekularen Psychiatrie befasst sich mit den Grundlagen psychiatrischer Erkrankungen und ihren Ursachen.
Sie ist von Bedeutung sowohl für die klinische Symptomatik als auch für die Diagnostik. Ein Hauptaugenmerk liegt in der Untersuchung neuer Wege und Ansätze, die Medikamenten der Zukunft zugrunde liegen könnten.
Die molekularen Mechanismen psychischer Erkrankungen sind nur unzureichend bekannt, was zu wesentlichen Nachteilen in der Behandlung führen kann. Deswegen besteht ein hoher Bedarf an neuen, wirksameren und besser verträglicheren Therapien.

Ein Schwerpunkt unserer Forschung liegt in der Analyse der Rolle des wichtigsten aktivierenden Botenstoffs im Gehirn, Glutamat, in der Entstehung und Behandlung psychischer Erkrankungen, insbesondere von affektiven Störungen und Psychosen.
Wir untersuchen in präklinischen Studien die Beteiligung verschiedener Glutamatrezeptoren (NMDA-, AMPA-, mGlu5 Rezeptoren), sowie die Wirkmechanismen alternativer glutamatergen Psychopharmaka, wie Ketamin, D-Serin und Rapastinel/Glyx-13. Wir verfolgen dabei einen translationalen Ansatz, d.h. wir versuchen so viel wie möglich vom „Bench zur Bedside“ also von der Laborforschung in die klinische Versorgung zu integrieren.
In dem transnationalen ERA-NET NEURON (EU Horizon2020) Konsortium NMDAR-PSY untersuchen Dragos Inta und Stefan Borgwardt umfassend die Rolle einer fehlerhaften Funktion des Glutamatsystems bei der Entstehung von Psychosen und die therapeutische Wirksamkeit von D-Serin als Antipsychotikum. Weitere Informationen zu diesem Forschungsverbund sind auf PDF Download zu finden.